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In diesem Jahr wurden wir zu der von der Fa. Fender ausgerichteten Guild Factory Tour nach New Hartford in Connecticut eingeladen. Zunächst war gar nicht sicher ob die Reise überhaupt stattfinden kann, denn plötzlicher Schneefall im Nordosten der USA legte große Teile des Stromnetzes von Connecticut lahm, so auch die Fabrikation der Fa. Guild. Da aber die Reparatur der Überlandleitungen schneller voranschritt als erwartet, und Guild innerhalb weniger Tage wieder Strom hatte konnten wir uns, auch ohne Taschenlampe, entspannt auf den Weg in die USA machen.
 
Zusammen mit mir reisten diverse Musikalienhändler aus Deutschland, Norwegen, England, Belgien, Portugal, Frankreich, Spanien, und der Schweiz, sowie einige Mitarbeitern der Fa. Fender,  der Chefredakteur des Gitarre&Bass Magazins, und ein Redakteur eines englischen Fachmagazins. Insgesamt ein gar illustrer Haufen von ungefähr fünfundzwanzig Personen.

Die Produktionsstätte der Fa. Guild liegt  am Rande von New Hartford inmitten eines Waldgebietes. Also das Holz direkt vor der Tür, prima! (Anm.: Hütte wollte ich nicht schreiben, sonst werde ich wieder von Alice Schwarzer verklagt.) Allerdings hatte sogar der „ortskundige“ Busfahrer selbst unter Zuhilfenahme des Navigationssystems Schwierigkeiten die Wirkungsstätte der Fa. Guild zu finden. So viel Wald schien also auch das Navi zu verwirren. Nachdem wir dann doch endlich am „Ort des Geschehens“ angekommen waren, wurden wir vor Ort sehr herzlich vom Produkt Manager der Firma sowie dem Produktionsleiter begrüßt.

Die dann folgende Tour durch die Manufaktur war für mich als nicht ganz „Ahnungslosem“ in diesem Gewerbe doch aufschlussreich und informativ. Wir sollten  uns alles genau anschauen, fotografieren, und Fragen zu Produktionsprozessen stellen, denn man habe bei Guild keine Geheimnisse, und da wir diejenigen wären die diese Instrumente letztendlich verkaufen würden sei man darauf bedacht uns alles ganz genau zu erklären  um das erlangte Wissen dann in Beratungsgespräche mit Kunden einfließen lassen zu können ,so die Geschäftsleitung.

Überrascht war ich darüber, dass die einzelnen Produktionsschritte, wie auf der Fotostrecke zu sehen, mit extrem viel Handarbeit ausgeführt werden.  Zwar wird die Form der Zargen, Böden, und Decken mittlerweile per Laser aus den massiven Holzplatten heraus gebrannt, und Halsrohlinge, Stege, und Griffbretter werden per CNC Fräse hergestellt, aber Feinarbeiten wie  z.B. Bindings, Griffbrettradien, und Bundierung werden per Hand gemacht. So würde die Bezeichnung „Manufaktur“ die Sache eigentlich besser treffen. Meiner Meinung nach ist jedenfalls der nicht ganz unerhebliche Preis einer in den USA hergestellten Guild bei so viel Handarbeit auf jeden Fall gerechtfertigt.

Einzelheiten zur Produktion:

Es gibt bei Guild zwei Serien, die  Standard -, und die Traditional Serie wobei folgendes  zu unterscheiden ist

  • Bei  der Standard Serie, da diese einen Hochglanz lackierten Korpus und einen satinierten   Hals hat, findet die Fusion, also das Einleimen des Halses in den  Korpus ( ja ja, richtig    gelesen: Leim !, keine Schrauben ! Halleluja!), erst nach dem Lackieren statt.
  • Bei der Traditional Serie wird dagegen erst das Instrument komplett zusammengebaut, dann in die Lackiervorbereitung zum Abkleben gebracht und dann „am Stück“  lackiert

Pausen
Nach jedem Arbeitsschritt werden die Komponenten, oder später dann die kompletten  Gitarren, zur nächsten Arbeitsstation gebracht. Dort wird dann eine mehrtägige  Pause  eingelegt um dem Holz etwas Ruhe zu gönnen, und demselben die Möglichkeit zu geben  sich an die unterschiedlichen „Klimazonen“  in der  Fabrik zu gewöhnen. (Anm.: Und es lebt doch! Das Holz.)

Zargen
Die Zargenrohlinge werden vor dem Biegen mit sehr wenig Wasser besprüht, dann in die  Biegemaschine eingelegt, erhitzt, und  wenn die richtige Temperatur erreicht ist ( ich  hörte da was von ca. dreihundert Grad Fahrenheit )gebogen. Dieses spezielle Verfahren soll nach Aussage des Produktionsleiters das Zargenholz am wenigsten „stressen“.

Headstock Binding
Eine Spezialität von Guild ist das bei der Traditional Serie sehr umfangreiche Kopfplatten-Binding. Dieses wurde bisher nur von einer Fachkraft im Werk per Hand ausgeführt. Das  hatte aber den Nachteil, dass sobald dieser Mitarbeiter krank war oder Urlaub hatte, keine  Headstock Bindings gemacht werden konnten, und die Produktion der Traditionals ruhte. Jetzt werden die Einzelteile des Bindings maschinell gesägt und gebogen, und dann erst per    Hand aufgeleimt. Das könnte dann sogar ich.  

Lackierung
Bei Guild wird ausschließlich Nitrolack verwendet. Bevor dieser jedoch in vier Schichten  aufgebracht wird, wird das Holz mit einem Porenfüller behandelt. Bei der Lackierung gilt: „ Weniger ist mehr.“ Es wird genau darauf geachtet dass die  Lackschichten nicht dicker als nötig aufgetragen werden, damit dem Instrument möglichst  wenig Resonanz genommen wird. Auch hier wird zwischen jedem Lackiervorgang eine mehrtägige Pause eingelegt.
 
Man könnte noch etliche Einzelheiten erwähnen, doch ich denke die Bilder der Fotostrecke sprechen schon für sich und verdeutlichen, dass zum einen mit viel Sorgfalt gearbeitet wird, und zum anderen  sich über jeden Arbeitsschritt der Produktion bis ins Kleinste Gedanken gemacht wird.

Der Produktionsleiter erzählte uns auch, dass neunzig Prozent der sich im Werk befindlichen Maschinen von ihm selbst geplant und gebaut wurden, damit zum einen Reparaturen direkt vom Produktionsteam durchgeführt werden können, und zum anderen die exakte Integration der Maschinen in den Produktionsprozess möglich ist. Die Fa. Guild scheint da schlechte Erfahrungen mit externen Monteuren gemacht zu haben.

Des Weiteren  fiel mir auf, dass in der Produktion jeder einzelne der ca. fünfundvierzig Produktionsmitarbeiter zwar sehr konzentriert arbeitet, aber trotzdem die Grundstimmung im Werk sehr entspannt  ist. Es war fast überall ein harmonisches Miteinander zu spüren.  Bei den momentan fünfundzwanzig bis dreißig dort täglich gefertigten Gitarren ist das eigentlich auch nicht verwunderlich, aber meiner Meinung nach wäre die hohe Qualität dieser Instrumente bei einem doppelt so hohem Tagesausstoß nicht zu halten.

Ursprünglich dachte ich, dass diese relaxte Stimmung etwas mit eventuellen „Zusätzen“ in den Luftbefeuchtungsgeräten, die überall in der Fabrik aufgestellt sind zu tun hat. Man hat ja auch schon von Versuchen mit Trinkwasser in San Francisco  in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gehört, woraus dann die Flower Power Bewegung hervorging, aber selbst nach einigen Stunden in der Fabrik hatte ich nicht das Gefühl dass die Raumluft in irgendeiner Weise auf mich einwirkte ;-)

Für mich war es jedenfalls  schön diese entspannte Stimmung zu beobachten, denn ich glaube, auch wenn ich jetzt wieder als Esoteriker abgestempelt werde, nur auf diesem Wege ist es möglich den Instrumenten etwas mit auf den Weg zu geben was anderen mit mehr maschinellem Einsatz hergestellten Instrumenten fehlt: „Seele !“.

Fazit:
Ehrlich, bodenständig, auskunftsfreudig, und locker, so stellten sich die  „Jungs“ von Guild dar. Man hatte nie den Eindruck hier würde irgendwie halbherzig an etwas herangegangen. Mich hat  schon beeindruckt wie Guild es schafft aus Holzplatten und Klötzchen hervorragende Instrumente herzustellen, und ich denke mit Fender als Vertriebspartner hat die Marke Guild eine gute Chance sich weiterhin am Markt zu behaupten - wenn die Verkaufszahlen stimmen. Was aber wie ich glaube kein Problem sein sollte, denn ich war schon vor der Factory Tour von der Qualität dieser Gitarren überzeugt, und jetzt nach der Tour fühle ich mich in meiner Meinung über die Guild USA Serie darin nur noch bestärkt.

So, und ab jetzt Guild's.....

Munter bleiben!

Jens P.
 

FEEDBACK

Bernd H. meint

Gitarre (Larrivée OM 03)  ist soeben eingetroffen. Ausgepackt, ersten Akkord angeschlagen: ein Traum von Sound, Ton und Bespielbarkeit! Sogar die Stimmung war nach dem Transport noch fast perfekt! Auch eingestöpselt in die PA ein toller Sound mit dem sich prima arbeiten lässt. Alles in allem : eine tolle Empfehlung, nochmals vielen Dank!

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